Seelsorge im Strafvollzug

 
Für Christen ist der Strafvollzug, das Gefängnis, keineswegs ein gottloser Ort. Im Gegenteil!
Jesus selbst identifiziert sich mit den Gefangenen, wenn er sagt: Ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen."

(Kardinal Lehmann)
 
 
>>> Das Gefängnis ist eine raue Wirklichkeit. Das Leben ist geprägt von Monotonie und Langeweile. Das Leben hört auf zu fließen; es folgt einem Plan, der bei manchen auf viele Jahre festgelegt ist.

Die Begegnungen im Gefängnis lassen in die Abgründe menschlichen Lebens blicken. Geschichten vom Scheitern und Zerbrechen des Lebens sind präsent. Man erfährt, zu was Menschen in der Lage sind, was Unmenschlichkeit aus Menschen machen kann.

>>> Aber es ist kein gottloser Ort, weil Gott auch die Abgründe menschlichen Lebens nicht übergeht und sich auch in einem scheinbar noch so verkorksten Leben heilend erfahrbar machen kann. Das Gefängnis ist kein gottloser Ort, weil auch dort Menschen nach Gott suchen.
 
>>> Seelsorge im Raum des Strafvollzugs bietet einen Freiraum im Raum der Unfreiheit an, in dem Menschen ausatmen und aufatmen können, in dem sie Respekt erfahren und sich ihres Lebens vergewissern können; einen Ort, an dem auch nach der Verantwortung für eine Untat gesucht wird. Seelsorge im Gefängnis ereignet sich in vielen Einzelgesprächen, die absolut vertraulich und deshalb besonders angefragt sind. Immer wieder kommen auch Gäste aus den Gemeinden Mannheims zu Besuch in den sonntäglichen Gottesdienst.
Diese Kontakte bedeuten für die Gefangenen: „Wir sind doch nicht ganz abgestempelt und vergessen. Das gibt uns Kraft, ist Licht in der Dunkelheit."